350 Jahre CAU

Blinde Passagiere: Folgen des frühen Kolonialismus

Während die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am 5. Oktober 1665 mit einem feierlichen Festakt eröffnet wurde, tobte 24 Tage später, am 29. Oktober desselben Jahres, auf dem afrikanischen Kontinent die entscheidende Schlacht von Ambuila zwischen den Königreichen Portugal und Kongo. Der Sieg der portugiesischen Armee über das kongolesische Heer bedeutete für das Königreich Kongo das Ende seiner Autonomie und damit den Beginn einer mehrere Jahrhunderte andauernden Kolonialgeschichte. Über die Jahrhunderte gelangten dadurch auch immer mehr sogenannte invasive Arten zum Beispiel über natürliche Handelsgüter als ‚blinde Passagiere‘ über die Ozeane in neue Lebensräume, was weitreichende Folgen für die jeweiligen Ökosysteme – und zum Teil weit darüber hinaus – haben sollte. ( Mehr lesen... )

 

Warum der Nachttopf zum Diebesgut wurde: Fäkalien in japanischen Städten

Die Stadt Edo, welche heute unter dem Namen Tokyo zu einer der größten Städte weltweit zählt, bestand Ende des 16. Jahrhunderts lediglich aus einer mit kleineren Fischerdörfern umgebenen Burg. Da tierische Fäkalien knapp und alternativer Dünger kaum vorhanden war, griff man daher auf die Ausscheidungen der Stadtbewohner zurück. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Exkremente ein so wertvolles Gut, dass staatliche Verbände und Gilden die Verteilungs- und Preisbestimmungen regelten. ( Mehr lesen... )

 

Salztorfgewinnung an der Westküste

Betrachtet man das noch junge nordfriesische Wattenmeer in seiner heutigen Erscheinung, so blickt man auf eine Region die von tiefgreifenden raumprägenden Prozessen verändert wurde. Die heutige Küstenlinie befindet sich viele Kilometer weiter landeinwärts als noch vor 1000 Jahren. Die Gründe hierfür erschließen sich dem Betrachter im heutigen Landschaftsbild nicht sofort. Eine mögliche Ursache für den Landverlust können auf einer Wattwanderung entdeckte Kulturspuren sein, die sich als Relikt eines bedeutsamen Wirtschaftszweigs der Region herausstellen: Die Salztorfgewinnung. ( Mehr lesen... )

 

Die Große Pest von London 1665 (The Great Plague)

Yersina pestis oder die Pest, wie die Infektionskrankheit im deutschsprachigen Raum auch genannt wird, beschreibt das Erbe der Antike, die Urkatastrophe des Mittelalters und den Ausnahmezustand in der Frühen Neuzeit. Die Ursachen und Infektionswege der Pest sind vielfältig und unterliegen immer wieder dem wissenschaftlichen Diskurs. Noch weitaus größer ist die Frage, weshalb die Pest im Europa des 18. Jahrhunderts so schnell verschwand? Auch dieser Ansatz wird in den Wissenschaften der Geographie, Ökologie, Medizin, Geschichte, Biologie u.a. breit diskutiert. ( Mehr lesen... )

 

Moorentwicklung und Melioration - Ein Blick auf Schleswig-Holsteins Moore

Die heimischen Moorlandschaften bedeckten ursprünglich mit etwa 1,5 Millionen Hektar eine Fläche von 4,2 Prozent der Landfläche Deutschlands. Im Nordwesten existierten großflächige Hochmoore und im Osten und Nordosten zahlreiche Niedermoorgebiete. Die Moorflächen schrumpften jedoch drastisch, als die Menschen damit begannen, das Moorland wirtschaftlich und landwirtschaftlich zu nutzen.  Bis heute sind sie zu 95% vom Menschen durch Entwässerung, Abtorfung, Bebauung oder landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung zerstört worden. ( Mehr lesen... )

 

 
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